1993 - 1994

„Internationaler städtebaulicher Ideenwettbewerb Spreeinsel“ in Berlin-Mitte

Entwurfserläuterungen zur 2. Stufe:
Dort, wo einst das nur Privilegierten zugängliche Schloß der Hohenzollern stand und später der Palast der Republik, soll ein Stadtraum für alle entstehen: Berlins „Gute Stube“. Dies könnte eine Verbindung zwischen dem Konferenzzentrum und der Mediathek/Bibliothek sein, die über einen gemeinsamen Patio erschlossen werden.

Diese „Offene Mitte“ soll Programm für einen Freiraum sein, der als kultureller Marktplatz der Stadt zu verstehen ist, in räumlichem Kontrast zu Schinkels Lustgarten. Nicht Animositäten gegenüber dem abgelösten Staatsratsgebäude und dem abgelösten Gesellschaftssystem, sondern der Wunsch, einen Block zwischen Spreekanal und Brüderstraße mit privaten Nutzungen an dieser zentralen Stelle zu integrieren, lässt uns auf dieses Symbol der untergegangenen DDR verzichten.

Das Außenministerium, das Marstallgebäude und der Brüderstraßenblock bilden gemeinsam mit einem Torgebäude, das die Schleusenbrücke markiert, einen neuen Stadtplatz im Süden des Konferenz- und Bibliotheksgebäudes. Cafés, Restaurants und Kinos werden zur Belebung des Platzes beitragen.

Abgeschirmt vom Großstadtverkehr wurde die „Fast-Berliner-Erfindung“, der Hof als halböffentlicher Raum, zur Erschließung nahezu aller geplanten Gebäudekomplexe genutzt. Dies erlaubt, die geplanten Ministerin als Blockbausteine in den Stadtkörper zu integrieren und gleichzeitig den Sicherheitsanforderungen nachzukommen.

Signifikante Stellen der Verknüpfung der Spreeinsel mit der umgebenden Stadtstruktur werden mit punktförmigen Überhöhungen zur Orientierung markiert. Alle Ufer werden öffentlich zugänglich. Ein Spaziergang kann rund um die Insel geführt werden, abwechselnd zwischen städtischer Uferbebauung und grünem Freiraum.